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Studie Barrierefreiheit

Wie barrierefrei sind Online-Antragsformulare deutscher Förderer?

Wir haben am 18. Oktober 2026 in zwei Runden 90 öffentlich erreichbare Einstiegsseiten von Online-Anträgen deutscher Stiftungen, Förderprogramme und anderer Förderer automatisch nach WCAG 2.2 geprüft: 53 offene Antrags- und Bewerbungsformulare und 37 Anmeldeseiten von Antragsportalen. 50 der 53 offenen Formulare (94 Prozent) verletzen mindestens eine automatisch prüfbare Regel der Stufen A und AA, bei den Anmeldeseiten sind es 22 von 37. Am häufigsten ist zu schwacher Textkontrast. Die anonymisierten Daten stehen unter CC BY 4.0 zum Download.

Friedrich Otto Krone, Geschäftsführer · Stand 18. Oktober 2026 · 11 Min. Lesezeit

Was wir gemessen haben

Gemessen haben wir die erste Seite des Online-Antragswegs, die ohne Konto erreichbar ist und Eingabefelder hat. Bei offenen Formularen ist das die erste Seite des Formulars, bei Antragsportalen die Anmelde- oder Registrierungsseite. Was hinter der Anmeldung liegt, haben wir nicht geprüft.

Die erste Runde ging von festen Listen großer Förderer aus, ohne vorher zu wissen, ob sie ein Online-Formular haben (181 Förderer, 41 gemessene Seiten). Weil dabei nur 14 offene Formulare zusammenkamen, haben wir in einer zweiten Runde gezielt weitere Förderer mit möglichem Online-Antrag untersucht (511 Förderer, 49 gemessene Seiten). Kein Förderer und keine Seite ist doppelt gezählt.

Das Messskript folgte von der Startadresse aus höchstens drei Links mit Antragsbezug. Jede gefundene Seite haben wir von Hand bestätigt und danach in einem eigenen Durchgang gemessen.

  • Werkzeug: Playwright mit headless Chromium und axe-core 4.13.0, nur Regeln der WCAG 2.0, 2.1 und 2.2 in den Stufen A und AA, auch in eingebetteten Frames. Ansicht 1.280 mal 900 Pixel.
  • Höflich gemessen: robots.txt beachtet (RFC 9309), höchstens ein Abruf je Server und Minute, eigener User-Agent mit Kontaktadresse. Nichts angeklickt, ausgefüllt oder abgesendet, keine Konten, kein CAPTCHA berührt, Bot-Schutz nicht umgangen, Cookie-Banner nicht bestätigt, Bilder und Schriften nicht geladen.
  • Ein Verstoß ist eine verletzte axe-Regel auf einer Seite, gleich wie viele Elemente betroffen sind. Die Elemente zählen wir zusätzlich.
  • Zeitraum: alle Messungen am 18. Oktober 2026.
Art des FörderersAuswahl erste RundeAuswahl zweite Runde
Private StiftungListe der größten Stiftungen des Bundesverbands Deutscher Stiftungen (Stand 9. Februar 2026), jede Stiftung, die Anträge Dritter annimmt, dazu weitere große FörderstiftungenBegabtenförderungswerke sowie weitere Förderstiftungen und Vereine mit Projektförderung auf Antrag
UnternehmensstiftungStiftungen der DAX-40-Unternehmen, der zehn größten Sparkassen und der fünf größten Genossenschaftsbankenweitere große Sparkassen, Genossenschafts- und Sparda-Banken sowie Unternehmensstiftungen mit Förderung auf Antrag
BürgerstiftungBürgerstiftungen der Großstädte bis etwa Rang 60 nach Einwohnerzahl, je Stadt einealle übrigen Bürgerstiftungen mit Website aus der Bürgerstiftungssuche der Initiative Bürgerstiftungen (376)
Öffentlich: BundFörderdatenbank des Bundes, Bundesstiftungen und Bundesfonds, jedes Antragsportal einmalkeine weiteren
Öffentlich: Landje Land die Landesförderbank und Landesstiftungen oder Landesprogramme, dazu die Filmförderungen der Länderweitere Landesstiftungen und Landesprogramme
Öffentlich: Kommunenicht erfasstKultur-, Sport-, Ehrenamts- und Vereinsförderung von 14 großen Städten und einem Berliner Bezirk
Lotterie-Fördererbundesweite Sozial- und Umweltlotterien sowie Lotto- und BINGO-Stiftungen der Länderkeine weiteren

Wie Förderer Anträge anbieten

Diese Übersicht gilt nur für die erste Runde, weil nur sie von festen Listen ausging. Von den 164 Förderern mit gültiger Startadresse hatten 44 ein erreichbares Online-Formular oder Antragsportal, 14 bieten den Antrag als PDF- oder Word-Datei an. Bei 77 fand das Skript innerhalb von drei Links kein Online-Formular, etwa weil formlos per E-Mail beantragt wird oder eine Ausschreibung geschlossen ist. 29 blieben ungemessen: Der Server antwortete nicht (21), robots.txt schloss den Abruf aus (4), ein Bot-Schutz sperrte (3), oder der Antrag läuft über ein bereits gezähltes Landesprogramm (1).

In der zweiten Runde führte nur bei 49 von 511 untersuchten Förderern der Weg zu einer messbaren Formularseite. Bei den Bürgerstiftungen waren es 28 von 376; die meisten nehmen Anträge formlos, per Kontaktformular oder als PDF an.

Art des Förderers (erste Runde)FördererOnline-FormularPDF oder Wordkein Online-Formular gefundennicht gemessen
Private Stiftung29104114
Unternehmensstiftung2530193
Bürgerstiftung40871312
Öffentlich: Bund2412165
Öffentlich: Land3471242
Lotterie-Förderer124143
Gesamt16444147729

Ergebnisse der automatischen Prüfung

Offene Antragsformulare und Anmeldeseiten werten wir getrennt aus. Ein offenes Formular hat im Median 22 Eingabefelder, eine Anmeldeseite zwei. Bei offenen Formularen war fast jede Seite betroffen, im Median mit zwei verletzten Regeln und sieben betroffenen Elementen. Drei der 53 offenen Formulare hatten keinen automatisch erkannten Verstoß, bei den Anmeldeseiten waren es 15 von 37. Ohne erkannten Verstoß heißt nicht barrierefrei (siehe Grenzen).

Die Ergebnisse der beiden Runden liegen nah beieinander: In der ersten Runde hatten 12 von 14 offenen Formularen einen Verstoß, in der zweiten 38 von 39.

Kennzahloffene AntragsformulareAnmeldeseitenalle Seiten
Gemessene Seiten533790
Mit mindestens einem Verstoß50 (94 %)22 (59 %)72 (80 %)
Davon kritisch oder ernst47 (89 %)22 (59 %)69 (77 %)
Mit mindestens einem kritischen Verstoß25 (47 %)8 (22 %)33 (37 %)
Ohne automatisch erkannten Verstoß31518
Verstöße je Seite: Median (Mittel, höchstens)2 (2,2; 7)1 (1,2; 7)2 (1,8; 7)
Betroffene Elemente je Seite (Median)714

Ergebnisse nach Art des Förderers

Die meisten offenen Formulare stammen von Bürgerstiftungen (34 von 53), die meisten Anmeldeseiten von Bund, Ländern und großen privaten Stiftungen. Die übrigen Gruppen sind klein. Unterschiede zwischen ihnen können zufällig sein und lassen keinen Schluss auf alle Förderer einer Art zu.

Art des Förderersgemessene Seitenoffene Formularedavon mit VerstoßAnmeldeseitendavon mit Verstoß
Bürgerstiftung35343311
Unternehmensstiftung13101032
Private Stiftung1854136
Öffentlich: Bund112196
Öffentlich: Land61152
Öffentlich: Kommune31122
Lotterie-Förderer40043
Gesamt9053503722

Plattformen: dieselben Fehler an mehreren Stellen

36 der 90 Seiten laufen auf einer Plattform, die wir mindestens zweimal gemessen haben: Antragsportale, Formulardienste und Formularerweiterungen von Redaktionssystemen. Wir haben sie an Adressmustern und gemeinsamen Programmdateien erkannt und nennen sie nicht beim Namen. Auf derselben Plattform wiederholen sich oft dieselben Befunde, im Guten wie im Schlechten.

Damit einzelne Plattformen das Ergebnis nicht verzerren, haben wir zur Kontrolle je Plattform nur eine Seite gezählt. Dann haben 35 von 38 offenen Formularen (92 Prozent) und 17 von 25 Anmeldeseiten (68 Prozent) mindestens einen Verstoß. Das Gesamtbild ändert sich also kaum.

PlattformArtSeitenSeitentypmit Verstoßwiederkehrender Befund
AAntragsportal7Anmeldung4zu schwacher Kontrast (3), Link nur durch Farbe erkennbar (2)
BAntrags- und Spendenverwaltung65 offen, 1 Anmeldung6zu schwacher Kontrast auf allen 6, Bild ohne Alternativtext (3)
CAntragsportal5Anmeldung0kein automatisch erkannter Verstoß
DFormularerweiterung mit gemeinsamer Website-Vorlage5offen5Vergrößern gesperrt auf allen 5
EFormularerweiterung5offen5zu schwacher Kontrast (4), Feld ohne Bezeichnung (3)
FAntragsportal2Anmeldung2Link ohne erkennbaren Namen (2)
GFormulardienst2offen2unterschiedlich
HFormulardienst2offen2Klickfläche zu klein (2)
IFormularerweiterung2offen2zu schwacher Kontrast (2)

Die häufigsten Verstöße

Die Tabelle zeigt, auf wie vielen Seiten eine axe-Regel verletzt war, mit dem zugehörigen WCAG-Kriterium und der Schwere nach axe. 16 weitere Regeln kamen auf höchstens zwei Seiten vor.

Problem (axe-Regel)WCAG-KriteriumSchwereoffene Formulare (53)Anmeldeseiten (37)
Zu schwacher Textkontrast (color-contrast)1.4.3 Kontrasternst37 (70 %)12 (32 %)
Formularfeld ohne Bezeichnung (label)4.1.2 Name, Rolle, Wertkritisch14 (26 %)2 (5 %)
Link ohne erkennbaren Namen (link-name)2.4.4 Linkzweck, 4.1.2ernst13 (25 %)4 (11 %)
Vergrößern gesperrt (meta-viewport)1.4.4 Textgröße ändernmittel10 (19 %)2 (5 %)
Bild ohne Alternativtext (image-alt)1.1.1 Nicht-Text-Inhaltkritisch9 (17 %)6 (16 %)
Klickfläche zu klein (target-size)2.5.8 Zielgrößeernst8 (15 %)1 (3 %)
Link im Text nur durch Farbe erkennbar (link-in-text-block)1.4.1 Benutzung von Farbeernst8 (15 %)3 (8 %)
Seitensprache fehlt (html-has-lang)3.1.1 Sprache der Seiteernst05 (14 %)
Unzulässiges ARIA-Attribut (aria-allowed-attr)4.1.2 Name, Rolle, Wertkritisch2 (4 %)2 (5 %)

Eigene Formular-Kennzahlen

axe prüft Regeln für die ganze Seite. Zusätzlich haben wir die sichtbaren Eingabefelder im Hauptinhalt ausgewertet, ohne Suche, Newsletter und Cookie-Banner: 1.538 Felder in den offenen Formularen und 107 auf den Anmeldeseiten.

Kennzahloffene Formulare (53)Anmeldeseiten (37)
Feld ohne zugängliche Bezeichnung15 Formulare, 137 Felder (119 davon in fünf Formularen)2 Seiten, 7 Felder
Feld nur mit Platzhalter beschriftet2 Formulare, 7 Felder9 Seiten, 17 Felder
Name, E-Mail, Telefon oder Anschrift ohne gültiges autocomplete291 von 334 Feldern (87 %), in allen 48 Formularen mit solchen Feldern25 von 35 Feldern, auf 21 von 31 Seiten
Pflichtfeld mit Sternchen, aber ohne Pflichtangabe im Code18 von 39 Formularen mit Sternchen, 157 Felder2 von 9 Seiten mit Sternchen, 4 Felder
Sternchen auf der Seite nicht erklärt20 von 39 Formularen mit Sternchen2 von 9 Seiten mit Sternchen
CAPTCHA oder Bot-Prüfung eingebunden22 von 531 von 37
davon mit sichtbarer Aufgabe (Häkchen, Bild, Rechenfrage)14 von 530
Seitensprache fehlt oder ungültig1 von 535 von 37

Die häufigsten Probleme: Ursache und Lösung

  • Schwacher Kontrast: betroffen waren vor allem Hinweistexte unter Feldern, Links zur Datenschutzerklärung, Schaltflächen, Menüpunkte und Fußzeilen. Text braucht mindestens 4,5 zu 1, großer Text 3 zu 1 (1.4.3). Lösung: Farben einmal zentral anpassen, dann sind alle Seiten des Formulars korrigiert.
  • Felder ohne Bezeichnung: in fünf Formularen hatte fast jedes Feld weder ein verknüpftes label-Element noch einen anderen zugänglichen Namen. Ein Screenreader sagt dann nur „Eingabefeld“. Lösung: label-Element mit for-Attribut oder aria-labelledby (4.1.2, 1.3.1).
  • Links ohne Namen: meist Logos oder Symbole sozialer Netzwerke, die als Link dienen, aber keinen Text haben. Lösung: Linktext oder aria-label, der das Ziel nennt (2.4.4).
  • Vergrößern gesperrt: Die Seite verbietet auf Mobilgeräten das Zoomen, in fünf Fällen durch dieselbe Website-Vorlage. Lösung: maximum-scale und user-scalable=no aus dem viewport-Tag entfernen (1.4.4).
  • Fehlende Alternativtexte: betroffen waren Logos, Inhaltsbilder und in einem Fall das Bild eines CAPTCHA. Lösung: alt-Text mit dem Zweck, etwa „Zur Startseite der Stiftung“; rein dekorative Bilder mit leerem alt (1.1.1).
  • Nur Platzhalter: axe wertet einen Platzhalter als Namen, er verschwindet aber beim Tippen. Lösung: sichtbare Beschriftung über dem Feld, den Platzhalter höchstens für ein Beispiel (3.3.2).
  • Kein autocomplete: Browser und Hilfsprogramme können Name, E-Mail oder Anschrift dann nicht vorschlagen. Das trifft Menschen mit motorischen oder kognitiven Einschränkungen besonders. Lösung: Werte wie given-name, family-name, email, tel, street-address, postal-code und address-level2 setzen (1.3.5).
  • Sternchen ohne Pflichtangabe im Code: Sehende erkennen das Pflichtfeld, ein Screenreader liest nur „Stern“ oder nichts. Lösung: required oder aria-required setzen und am Formularanfang erklären, was das Sternchen bedeutet (3.3.2).
  • CAPTCHA mit Aufgabe: Bild- und Rechenaufgaben brauchen eine Alternative (1.1.1); bei der Anmeldung darf kein Gedächtnistest ohne Hilfe verlangt werden (3.3.8). Lösung: Bot-Schutz ohne Aufgabe für Menschen, etwa ein unsichtbares Feld oder eine Prüfung im Hintergrund.

Welche Regeln gelten

Öffentliche Stellen des Bundes müssen ihre Websites und mobilen Anwendungen barrierefrei gestalten (§ 12a BGG). Die Einzelheiten regelt die BITV 2.0, die auf die harmonisierte Norm EN 301 549 verweist. Für Angebote mit Nutzerinteraktion wie Formulare soll nach § 3 Abs. 4 ein „höchstmögliches Maß an Barrierefreiheit“ angestrebt werden (§ 3 BITV 2.0). Für Stellen der Länder und Kommunen gilt Landesrecht, das die Richtlinie (EU) 2016/2102 umsetzt.

BGG und BITV 2.0 richten sich an öffentliche Stellen. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt für bestimmte Produkte und Dienstleistungen für Verbraucher (§ 1 BFSG). Ob und welche Pflichten für eine private Stiftung oder einen einzelnen Förderer gelten, lassen Sie im Einzelfall rechtlich prüfen. Unabhängig davon gilt: Wer ein Feld nicht ausfüllen kann, kann den Antrag nicht stellen.

Grenzen der Messung

  • Automatische Prüfung erfasst nur einen Teil. Nach Angabe von axe-core findet das Werkzeug im Durchschnitt 57 Prozent der WCAG-Probleme (axe-core). Das W3C betont, dass Werkzeuge nicht alle Aspekte prüfen können und menschliches Urteil nötig ist (W3C). Tastaturbedienung, Fokus, Fehlermeldungen und Zeitlimits haben wir nicht geprüft.
  • Nur die erste Seite mit Eingabefeldern. Bei Portalen ist das die Anmeldung. Der eigentliche Antrag dahinter ist meist länger und wurde nicht erfasst. Online-Formulare, deren erste Seite nur eine Start-Schaltfläche zeigt, sind nicht enthalten.
  • Momentaufnahme: Stand 18. Oktober 2026. Seiten ändern sich.
  • Keine repräsentative Stichprobe: Die erste Runde umfasst große und bekannte Förderer, die zweite wurde gezielt nach möglichen Online-Formularen ausgewählt. Bürgerstiftungen stellen die meisten offenen Formulare. Die Zahlen gelten für die gemessenen Seiten, nicht für alle Förderer in Deutschland.
  • Plattformen: 36 Seiten verteilen sich auf neun mehrfach vorkommende Plattformen. Die Kontrollrechnung mit einer Seite je Plattform steht oben.
  • Auswahl und Erreichbarkeit: Ein Teil der Startadressen stammt aus eigener Kenntnis oder einer Websuche. Die Förderdatenbank des Bundes sperrte unseren Abruf nach wenigen Seiten mit einer Bot-Prüfung; wir haben sie nicht umgangen und dort keine weiteren Programme ausgewertet. Nicht gemessene Seiten können sich von den gemessenen unterscheiden.
  • Linkfolge: Das Skript folgte höchstens drei Links. „Kein Online-Formular gefunden“ kann auch heißen, dass ein Formular tiefer liegt.
  • Ansicht: nur Desktop, ohne Bilder und Schriften. Cookie-Banner sind enthalten, so wie Besucher sie zuerst sehen. Ein Formular hinter einem Cookie-Dialog, der die übrige Seite für Hilfsmittel ausblendet, konnten wir ohne Klick nicht prüfen.
  • Eigene Kennzahlen beruhen auf Regeln für Feldnamen und Beschriftungen und können einzelne Felder falsch einordnen. In neun Formularen hatte das Skript die Antragsfelder einem Cookie-Banner zugeordnet; das haben wir von Hand korrigiert. Die Zahlen sind nicht mit Studien vergleichbar, die ganze Startseiten mit anderen Werkzeugen prüfen.

Was Förderer jetzt tun können

  1. 1Erste Seite prüfen: Gehen Sie für Ihr Formular oder Ihre Portalanmeldung die Checkliste für barrierefreie Online-Formulare durch. Ein automatischer Prüfer wie unser kostenloser Formular-Check zeigt die häufigsten Befunde in wenigen Minuten.
  2. 2Zentral korrigieren: Farben, verknüpfte Beschriftungen, Alternativtexte, autocomplete und required lassen sich meist an einer Stelle für alle Seiten beheben.
  3. 3CAPTCHA überdenken: Prüfen Sie, ob ein Bot-Schutz ohne Aufgabe für Menschen reicht.
  4. 4Anbieter fragen: Nutzen Sie ein Antragsportal, einen Formulardienst oder eine Formularerweiterung, fragen Sie nach einer Erklärung zur Barrierefreiheit oder einem Prüfbericht, auch für die Seiten hinter der Anmeldung. Eine Korrektur beim Anbieter hilft allen Förderern, die dieselbe Plattform nutzen.
  5. 5Von Hand testen: mit Tastatur, Screenreader und 200 Prozent Zoom, wenn möglich mit Menschen mit Behinderungen.
  6. 6PDF-Anträge ersetzen: Ein Online-Formular lässt sich barrierefrei bauen und prüft Angaben schon beim Ausfüllen, siehe Vom PDF-Formular zum Online-Antrag.

Wenn Sie Unterstützung möchten

Wir prüfen Formulare nach WCAG 2.2 und BITV 2.0 und setzen die Maßnahmen um, siehe Barrierefreiheit prüfen und umsetzen. Online-Antragsstrecken für Stiftungen und Förderprogramme entwickeln wir nach WCAG 2.2 Stufe AA, siehe Online-Antragsverfahren für Stiftungen. Nach dem Erstgespräch nennen wir einen Festpreis je Etappe, bevor Code entsteht.

Daten, Lizenz und Zitiervorschlag

Die anonymisierten Ergebnisse stehen als CSV-Datei zum Download, eine Zeile je gemessener Seite. Sie enthalten keine Namen und keine Adressen, nur die Art des Förderers, den Seitentyp und eine anonyme Plattform-Kennung. Lizenz: CC BY 4.0. Sie dürfen die Daten mit Namensnennung frei nutzen, auch kommerziell.

Zitiervorschlag: Schwerpunkt FdG Labs UG (haftungsbeschränkt), „Wie barrierefrei sind Online-Antragsformulare deutscher Förderer?“, Messung vom 18. Oktober 2026, schwerpunkt.tech, Daten unter CC BY 4.0.

  • lfd_nr, art_foerderer, seitentyp: laufende Nummer in zufälliger Reihenfolge, Art des Förderers, offenes Formular oder Anmeldung
  • plattform, messrunde: Buchstabe A bis I für Plattformen mit mindestens zwei gemessenen Seiten, sonst „einzeln“; erste oder zweite Runde
  • verstoesse_… und betroffene_elemente_…: verletzte axe-Regeln und betroffene Elemente nach Schwere
  • felder bis axe_regeln: eigene Formular-Kennzahlen, Bot-Prüfung, Seitensprache, Liste der verletzten Regeln

Häufige Fragen

Welche Formulare wurden geprüft?

Die erste Seite mit Eingabefeldern von 90 öffentlich erreichbaren Online-Antragswegen deutscher Förderer: 53 offene Antrags- und Bewerbungsformulare und 37 Anmelde- oder Registrierungsseiten von Portalen. Dazu gehören Stiftungen, Bürgerstiftungen, Banken und ihre Stiftungen, Bund, Länder, Kommunen und Lotterie-Förderer. Gemessen wurde am 18. Oktober 2026 ohne Anmeldung und ohne etwas abzusenden.

Ist ein Formular ohne Verstoß barrierefrei?

Nicht unbedingt. Automatische Prüfer erkennen nur einen Teil der Probleme, nach Angabe von axe-core im Durchschnitt 57 Prozent. Ob sich ein Formular mit Tastatur und Screenreader vollständig ausfüllen lässt, zeigt nur ein Test von Hand.

Warum werden keine Namen genannt?

Es geht um ein Bild des Feldes, nicht um einzelne Förderer oder Anbieter. Eine Momentaufnahme der ersten Seite wäre auch kein faires Urteil über ein ganzes Antragsverfahren. Veröffentlicht sind deshalb nur die Art des Förderers, eine anonyme Plattform-Kennung und die Zahlen.

Warum sind so viele Bürgerstiftungen dabei?

In der zweiten Runde haben wir alle Bürgerstiftungen aus der Bürgerstiftungssuche der Initiative Bürgerstiftungen untersucht. Viele kleinere Förderer bieten ein einfaches Formular direkt auf ihrer Website an, große eher ein Portal mit Konto. Deshalb stammen 34 der 53 offenen Formulare von Bürgerstiftungen.

Warum schneiden Anmeldeseiten besser ab?

Eine Anmeldeseite hat meist nur zwei Felder und wird von einem Portalanbieter für viele Förderer gepflegt. Ein offenes Formular hat im Median 22 Felder und mehr Möglichkeiten für Fehler. Die Seiten hinter der Anmeldung haben wir nicht geprüft, weil wir keine Konten anlegen.

Darf ich die Daten verwenden?

Ja, unter CC BY 4.0 mit Nennung von Schwerpunkt FdG Labs UG (haftungsbeschränkt) als Quelle. Die CSV-Datei steht oben im Abschnitt Daten. Für Rückfragen zur Methode erreichen Sie uns über die Kontaktseite.

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