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Formular auf Barrierefreiheit prüfen

Geben Sie die Adresse einer Seite mit Formular ein oder fügen Sie den HTML-Quelltext ein. Der Check findet typische Barrieren in Kontakt-, Antrags-, Bestell- und Mitgliedsformularen und nennt zu jedem Befund das Kriterium der WCAG 2.2, eine Erklärung in einfachem Deutsch und eine Lösung mit Codebeispiel. Er prüft nur, was im HTML sicher zu erkennen ist, und ersetzt keine Prüfung von Hand.

Formular prüfen

Was möchten Sie prüfen?

Zum Beispiel https://www.example.org/kontakt. Wir rufen nur diese eine Seite ab, ohne JavaScript, und senden kein Formular ab.

Kostenlos, ohne Anmeldung. Wir speichern weder Adresse noch Inhalt.

Was der Formular-Check prüft

Der Check ruft die angegebene Seite einmal ab, führt kein JavaScript aus und untersucht das HTML aller Formulare auf der Seite. Er prüft unter anderem:

  • Beschriftungen: Hat jedes Feld einen zugänglichen Namen? Ist der Platzhalter die einzige Beschriftung? Zeigt ein label ins Leere?
  • Gruppen und Pflichtangaben: Stehen Optionsfelder in einem fieldset mit legend? Ist das Sternchen erklärt und das Feld im Code als Pflichtfeld markiert?
  • Eingabezweck: Tragen Felder für Name, E-Mail, Anschrift und Telefon das passende autocomplete?
  • Schalter: Haben Absende-Knöpfe und Symbolschalter einen Namen? Gibt es Klickflächen ohne Tastaturzugang?
  • Fehlermeldungen: Sind als fehlerhaft markierte Felder mit einer Meldung verbunden? Gibt es Live-Regionen für Statusmeldungen?
  • CAPTCHA und Anmeldung: Bild-CAPTCHAs ohne Alternative, Rechenaufgaben, gesperrtes Einfügen. Das Kriterium 3.3.8 wendet der Check nur auf Anmeldeformulare an, weil es nur für Schritte der Anmeldung gilt.
  • Seite: Sprache, Seitentitel, Überschriften, positiver tabindex, entfernte Fokusrahmen im HTML, automatisches Neuladen und Zoom-Sperren.

Was sich ohne Browser nicht sicher entscheiden lässt, steht als Hinweis im Ergebnis und nicht als Fehler.

Was der Check nicht kann

Wer nur den Quelltext liest, sieht weder Farben noch Layout noch das, was JavaScript später erzeugt. Kontraste, die Reihenfolge beim Tabben, Fokus-Stile aus externen Stylesheets und die Ansage im Screenreader prüft der Check deshalb nicht. Entsteht Ihr Formular erst per JavaScript, etwa bei einem eingebetteten Formulardienst, fügen Sie das HTML aus den Entwicklerwerkzeugen des Browsers ein.

Automatische Prüfungen finden ohnehin nur einen Teil der Barrieren. Der britische Government Digital Service hat zehn automatische Werkzeuge an einer Testseite mit 143 eingebauten Barrieren ausprobiert: Alle zusammen fanden 71 Prozent, 42 Barrieren fand keines (GOV.UK, 2017 (öffnet in neuem Tab)). Auch das W3C schreibt, dass Werkzeuge nicht alles prüfen können und menschliches Urteil nötig ist (W3C (öffnet in neuem Tab)).

Das Ergebnis ist kein Nachweis der Barrierefreiheit, ersetzt keinen BITV-Test und ist kein Zertifikat. Es zeigt Ihnen, wo Sie anfangen sollten.

Die häufigsten Fehler in Formularen

Die Studie WebAIM Million hat im Februar 2026 die Startseiten von einer Million Websites automatisch geprüft. Fehlende Beschriftungen von Formularfeldern gab es auf 51 Prozent der Seiten, ein Drittel aller Eingabefelder (33,1 Prozent) war nicht korrekt beschriftet, leere Schalter fanden sich auf 30,6 Prozent (WebAIM Million 2026 (öffnet in neuem Tab)). In Formularen begegnen uns immer wieder diese Muster:

  • Platzhalter statt Beschriftung: Nach dem ersten Tastendruck ist nicht mehr zu sehen, was ins Feld gehört.
  • Ja und Nein ohne Frage, weil fieldset und legend fehlen.
  • Sternchen ohne Erklärung und ohne required im Code.
  • Fehler nur in Rot, ohne Text am Feld.
  • Absenden über ein div mit Klickfunktion statt über einen button.
  • Symbolschalter ohne Namen, etwa eine Lupe oder ein Kreuz zum Schließen.

Wie ein barrierefreies Formular Punkt für Punkt aussieht, steht mit Kriterium in unserer Checkliste für barrierefreie Online-Formulare.

Rechtlicher Rahmen

Technischer Maßstab sind die WCAG 2.2 (öffnet in neuem Tab) des W3C in Stufe AA. Öffentliche Stellen des Bundes gestalten ihre Websites nach der BITV 2.0 (öffnet in neuem Tab). Sie verweist auf die im Amtsblatt der EU genannten harmonisierten Normen, für Websites ist das die EN 301 549. Deren geltende Fassung V3.2.1 beruht auf WCAG 2.1. Die Fassung V4.1.1 übernimmt WCAG 2.2 und wurde im September 2026 veröffentlicht, im Amtsblatt ist sie noch nicht genannt (NDA (öffnet in neuem Tab)). Für Stellen der Länder und Kommunen gilt Landesrecht.

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (öffnet in neuem Tab) gilt für bestimmte Produkte, die nach dem 28. Juni 2025 in Verkehr gebracht werden, und für bestimmte Dienstleistungen, die nach diesem Tag für Verbraucher erbracht werden, darunter Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, sind ausgenommen (§ 3 Abs. 3 BFSG (öffnet in neuem Tab)). Ob eine Pflicht für Ihr Formular gilt, lassen Sie im Einzelfall rechtlich prüfen. Der Check gibt keine Rechtsauskunft.

So gehen Sie mit dem Ergebnis um

  1. Kritische Befunde zuerst: Felder und Schalter ohne Namen sperren Screenreader-Nutzer meist ganz aus.
  2. Tastatur: Maus weglegen, mit Tab durch alle Felder gehen und absenden. Ist der Fokus immer zu sehen?
  3. Fehlerfall: Formular absichtlich falsch ausfüllen. Sagt ein Screenreader wie NVDA (öffnet in neuem Tab) die Meldungen an?
  4. Erneut prüfen: Lassen Sie den Check nach jeder Änderung noch einmal laufen.

Brauchen Sie eine Prüfung von Hand oder die Umsetzung, finden Sie unser Angebot unter Barrierefreiheit prüfen und umsetzen. Ein Formular vorher und nachher, mit eingebautem Prüfer, zeigt unsere Demo (öffnet in neuem Tab).

Häufige Fragen

Ist der Formular-Check kostenlos?

Ja. Sie brauchen kein Konto. Zum Schutz vor Missbrauch sind höchstens 20 Abrufe in 10 Minuten möglich; eingefügtes HTML prüfen Sie ohne Begrenzung.

Werden meine Daten gespeichert?

Nein. Unser Server ruft die angegebene Seite einmal ab und reicht das HTML an Ihren Browser weiter, geprüft wird dort; Adresse und Inhalt speichern wir nicht. Eingefügtes HTML verlässt Ihren Browser nicht. Für die Begrenzung der Abrufe zählt der Server die Abrufe je IP-Adresse nur im Arbeitsspeicher, Tracking gibt es nicht.

Warum findet der Check mein Formular nicht?

Meist entsteht es erst per JavaScript oder liegt in einem iframe, etwa bei Formulardiensten. Kopieren Sie das Formular über die Entwicklerwerkzeuge Ihres Browsers und fügen Sie das HTML ein. Manche Websites sperren außerdem automatische Abrufe.

Ersetzt der Check einen BITV-Test?

Nein. Der BIK BITV-Test ist ein festgelegtes Prüfverfahren, und die meisten Anforderungen lassen sich laut BIK nicht automatisch prüfen (bitvtest.de (öffnet in neuem Tab)). Der Check findet nur, was im HTML sicher zu erkennen ist, und stellt kein Zertifikat aus.

Welche WCAG-Version liegt zugrunde?

WCAG 2.2 in den Stufen A und AA. Inhalte, die WCAG 2.2 erfüllen, erfüllen laut W3C auch WCAG 2.1, auf der die geltende EN 301 549 beruht.

Prüft der Check auch Kontraste?

Nein, dafür bräuchte er die Stylesheets und die fertige Darstellung. Nutzen Sie die Entwicklerwerkzeuge Ihres Browsers. Nötig sind 4,5 zu 1 für normalen Text (WCAG 1.4.3) und 3 zu 1 für Feldrahmen und Fokusanzeige, wenn man Feld oder Fokus nur daran erkennt (WCAG 1.4.11).

Warum ist ein Platzhalter keine Beschriftung?

Er verschwindet beim Tippen, ist oft blass und wird nicht von jedem Screenreader als Beschriftung vorgelesen. Nutzen Sie ein sichtbares label und den Platzhalter höchstens für ein Beispiel.

Was bedeutet „Hinweis“ im Ergebnis?

Hinweise betreffen Stellen, die sich ohne Browser nicht sicher beurteilen lassen, etwa einen eingebundenen CAPTCHA-Dienst oder eine fehlende Live-Region. Sie sind kein Fehler, sondern ein Punkt zum Prüfen von Hand.